TV Nieder-Olm 4 - HSV Alzey 3 27 :22

Rentner proben Aufstand !

Rentner proben Aufstand!, Ordnungskräfte müssen deeskalierend eingreifen!

Nein nein, die ersten Worte der Überschrift treffen keineswegs auf die/einen Spieler des HSV Alzey-Paradeteams zu, dennoch ist das, was sich Donnerstags vor dem Nieder-Olmer Spiel an der ASS in Alzey abspielte, mit dem Wort „Wutbürger“, nur unzureichend zu umschreiben.
Was aber war passiert ?
Nach der „krachenden“ Heimniederlage gegen die DJK SF Budenheim IV hatte sich der MVdH3 etwas besonderes einfallen lassen, um für die Partie beim Nieder-Olmer Team, eine noch akribischere Vorbereitung durchzuführen. Geheimtraining war angesagt und so war es dann eben auch, geheim.
Dies führte aber dazu, das die zahlreichen Alzeyer Rentner und Handballenthusiasten, die Donnerstag für Donnerstag als Kiebitze dem Abschlusstraining der Herren 3 beiwohnen, an selbigem Tag vor verschlossenen Türen standen. Nix war es mit dem gegenseitigen Austausch und dem fachsimpeln unter Kennern der Materie. Da noch ein Smalltalk nach dem Training, dort ein Selfie mit Spielern für die eigenen Enkel, oder einfach nur die eigene Interpretation dessen was taktisch geändert werden müsste um wieder in die Erfolgsspur zurück zu finden. Dies alles wurde ihnen somit verwehrt, merke: In den festgelegten Tagesablauf von Rentnern einzugreifen löst niemals Begeisterung bei Ihnen aus. Das sich tumultartige Szenen vor der ASS abspielten sei hier nur am Rande erwähnt. Die Ordnungskräfte, direkt gegenüber stationiert, wurden durch Sprechchöre auf die Situation aufmerksam. „Wir wollen hier rein“ oder „wir wollen die Mannschaft sehen“ hallte es da durch die Dunkelheit der Nacht. Ob es wirklich so war das ein „älterer, leicht verwirrter Zeitgenosse“ rief: „Mr. Gorbatschow tear down this wall“ , lies sich in der Kürze der Zeit nicht mehr genau recherchieren.
Ob allerdings ein zeitlich befristetes Versammlungsverbot zur Trainingszeit der Herren 3 ausgerufen wurde, werden die nächsten Trainingseinheiten zeigen.
Von all dem bekamen die Alzeyer „Altershandballer“ nichts mit, sie tummelten sich abseits der ASS in der RS und bestritten dort ein Trainingsspiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit ( geheim eben ! ) gegen die HSG Zotzenheim/St.Johann/Sprendlingen. Nur gut das „DIE Presse“, als offizieller Medienpartner der Herren 3, dabei war. Nach einer wenig aussagekräftigen Partie hatten wir aber die Möglichkeit mit dem MVdH3 noch ein exklusives Interview zu führen. Eingeweiht in die taktischen Überlegungen, in der König Hans wohl eine Hauptrolle übernehmen sollte, wurde schnell klar, die Zeichen stehen auf Sieg.
Überraschung dann am Freitag Morgen, unser Chefreporter war leicht irritiert ob der Schlagzeile in der örtlichen Presse. Hier war von einem Mythos die Rede. Jetzt schon ein Vorbericht auf unser Spiel gegen Lerschebersch ?, doch etwas früh, die Partie steigt im Januar nächsten Jahres…..
Schnell wurde klar, es handelte sich um einen Hinweis auf ein völlig unbedeutendes Spiel zweier Alzeyer Mannschaften in der Verbandsliga, welches am WE stattfinden sollte. Hier zeigt sich dann wer sauber recherchiert, das Wort Mythos für so ein „Pillepallspiel“ ist doch leicht überzogen… .
Im Schatten dieses angeblichen „Mythos“ bereiteten sich die Herren 3 auf ihre Partie vor. Weiterhin fehlend waren unser „Sondergesandte für den asiatischen Raum“ sowie „das Nordlicht“, Flo Kosiol und die „eine Hälfte“ der Müllers, dafür aber wieder mit dem „großen Boldini“ der eine Lücke in seinem Auftrittskalender fand und dem Spiel somit beiwohnen konnte. Später hinzustoßen wollte noch unsere Flonheimer Neuverpflichtung. Alles in allem suboptimale Voraussetzungen, aber der Wille war allgemein da die bekannte Alzeyer Auswärtsstärke auch in Nieder-Olm nachhaltig unter Beweis zu stellen.
Eine stressfreie Anreise war, ob des überschaubaren Kaders garantiert, gestaltete sich die Anreise doch zur Sternfahrt. Aus allen Himmelsrichtungen fanden die HSV-Protagonisten den Weg in die Halle. Schockmoment aber dann gleich zu Beginn, die Vorbereitung war auf ein Spiel unter „Altersgenossen“ ausgerichtet, beim Betreten der Arena sahen wir uns aber mit einer verstärkten A-Jugend konfrontiert. Das Los des Alters, oder ein Problem der frühen Geburt…, egal dann halt eine Partie gegen „junges Gemüse“, nicht das erste Mal in der Runde.
Der eigenen Stärke bewusst starteten wir dann in unser Abenteuer „Sobernheim 2.0“.
Schnell war aber klar, wahrscheinlich waren wir übertrainiert oder eben damit beschäftigt die taktische Ausrichtung irgendwie gewinnbringend umzusetzen. Das Ergebnis: Ein ziemliches Gegurke. Sich das Spielgerät über 3 Stationen fehlerfrei zuzuspielen sind Basics der frühen Jugendausbildung, vielleicht sollten wir da mal eine Trainingsstunde buchen. Auf ein simples attackieren unseres Linksaussen ( die Torgefährlichkeit von Sascha hat sich eben in der Klasse herum gesprochen ) reagierten wir mit völlig konfusen Aktionen. Spielerisch mau und ohne vernünftige Lösung war der 2:6 Rückstand ja fast noch als „Optimum“ zu bezeichnen .Die nun getätigte Auszeit war überfällig, aber für die ganzen Probleme ansatzweise zu lösen, definitiv zu kurz. Das nächste „Highlight“ lies nicht lange auf sich warten. Siebenmeter für uns, eine klare Sache, quasi gleichzusetzen mit einem Tor und deswegen eigentlich überflüssig diesen Wurf noch auszuführen. Der große Boldini trat an und warf das Spielgerät gekonnt…….an den Pfosten. An den Pfosten ?, was soll der Ball da ?, unser Boldini ist der Mann für den „ruhenden Ball“. Frei nach einem italienischen Trainer eines bayrischen Fußballvereines: Was erlaube Ball ? Ball, fliegt wie Flasche leer…
Die Gastgeber konnten ihre Freude darüber nur schwer zügeln, eine eiligst anberaumte Polonaise wurde durch den Schiri auf nach den Schlußpfiff verlegt. So ging das Elend dann weiter, auch in der Abwehr hatten wir unsere Probleme. Ein simples Abzählen zur jeweiligen“ Gegneridentifizierung“ stößt dann an seine Grenzen wenn aus „Übergeben plötzlich Übernehmen“ werden müsste ( man beachte den Konjunktiv ! ). Hier gab es durchaus, nennen wir es mal „pfiffige Lösungsansätze“, aber nicht nur der Schreiber dieser Zeilen hatte dies in seiner Karriere so noch nicht gehört, kann aber natürlich auch an der fehlenden Affinität zu der Sportart liegen….
Abschließend lässt sich sagen: Der gefährlichste Mann des Gegners ist immer der, der den Ball in Händen hält, wir werden das in den nächsten Trainingssessions üben/nachstellen.
Um es sachlich nüchtern auf den Punkt zu bringen: Die ersten 20 Minuten der Partie waren so ziemlich das Grausamste was wir in dieser Saison auf die Platte zauberten.
Irgendwie schafften wir es dann doch ein ganz ganz ganz klein wenig Spielkultur ( eigentlich das falsche Wort…. ) zu erzeugen. Unterstützt von El Pulpo, der seine Trainingsleistung ins Spiel „retten“ konnte, waren wir nun ein gleichwertiger Gegner, der 8:10 Pausenrückstand spiegelte somit ergebnistechnisch nicht ansatzweise unsere Probleme der ersten 30 Minuten wieder. Immerhin jetzt aber Zeit mal auf einige Punkte einzugehen, das mit dem offensiven Aussen des Gegners ist „einfach“ ( Theorie und Praxis galt es gewinnbringend zu vereinen…. ) zu lösen und das Spielgerät mit vernünftiger Zirkulation durch die eigenen Reihen zu „transportieren“ sollte doch eigentlich auch möglich sein. Da war es wieder das Wort das die deutsche Sprache nicht braucht: Eigentlich….. .
Egal, Start in Halbzeit zwei und es wurde etwas besser. Den zwei Tore Rückstand hielten wir erst einmal stabil. Aus 8:12 wurde 12:14, 14:16 und 16:18, da waren bereits 46 Minuten gespielt. Jetzt auch eingetroffen war unser „Flonheimer Jahrhunderthandballer“, im Tor gab es ebenfalls einen Wechsel. König Hans sollte die mehr als ordentliche Vorstellung von El Pulpo veredeln. Und noch ein Trumpfass, unser MVdH3 wollte jetzt auf Linksaußen Maßstäbe setzen. Die ganzen Wechsel verpufften aber schnell. Erstens kam weiterhin jeder Abpraller beim Gegner an und vorne verzettelten wir uns wieder, das Manko aus Halbzeit eins kam wieder zum Tragen. Gleichzeitig machte sich jetzt auch bemerkbar das das „gegnerische Gemüse“, wohl auch altersbedingt, konditionell etwas mehr auf der Höhe war. Ergebnis dieser Feststellung, vorbei war es mit der HSV-Herrlichkeit, die Gastgeber zogen davon und die nun rapide abnehmende Spielzeit machte eine eventuelle Aufholjagd zur Herkulesaufgabe. Endstand dann 22:27 und das Fazit ? Nun ja, Jugend hin oder her, das Ergebnis hätte so nicht sein müssen. Wir blieben definitiv unter unseren Möglichkeiten, zu viel Stückwerk, zu wenig Konstanz und in Summe zu viel Krampf und zu wenig Spiel.
Noch ein Highlight nach dem Spiel. Die Duschen in Nieder-Olm gehen nach ca. 5 Sekunden automatisch aus, ob das nur in unserer Kabine so war oder die Heimmannschaft auch damit zu kämpfen hatte ? Wir überlegen nun das Rückspiel in die ASS zu legen, Strafe muss sein. An die mitlesenden Nieder-Olmer-Spieler: packt euch für das Rückspiel schon mal je einen Tauchsieder ein, ihr werdet ihn gebrauchen können…
So ziehen nun „dunkle Wolken“ am Ergebnishorizont der Herren 3 auf, nur gut das jetzt eine Länderspielpause ansteht. Die Spieler versuchen sich in ihren Heimatländern den letzten Schliff für die anstehende Europameisterschaft zu holen. Das Training der Herren 3 wird daher nur in überschaubarer Kaderstärke durchführbar sein, der MVdH3 wird eine feine Dosierung vornehmen müssen um bei den Daheimgebliebenen einen Trainingskoller zu vermeiden.
Die nächsten Highlights stehen aber vor der Tür. Am 21.12.steht die teaminterne Königswahl an, schafft König Hans das Triple ?, DIE Presse wird davon exklusiv berichten.
Und dann, liebe Kollegen der schreiben Journalie aus Alzey, dann kommt es zum MYTHOS. Am 14.01.18 wird die Rundsporthalle in Alzey wieder beben, der Kartenvorverkauf beginnt nächste Woche. Eintrittskarten wären sicher ein schönes Geschenk für die Lieben unter dem Weihnachtsbaum.
DIE Presse bedankt sich bei allen Lesern ( neudeutsch: Follower ) des Jahres 2017 und wünscht dem amtierenden König Hans noch alles Gute für die letzten Tage seiner zweiten Amtszeit. Ein ebenso großer Dank gilt unseren vielfältigen Sponsoren, die innerhalb kürzester Zeit dafür sorgten, das „Tippunwin“ mit einem Börsengang liebäugelt.
Die Rahmenbedingungen stimmen also, jetzt ist die Mannschaft gefordert, ab sofort beginnt die schweißtreibene Vorbereitung auf die „Rückrunde“.
Es lebe der MYTHOS !

Für den HSV spielten:
Tor: König Hans Moritz und Andi Büchse
Feld: Dieter Jacob (2), Thomas Schwarz, Stephan Boldin (4), Michael Müller, Dirk Egner (7/3), Ecky Hofrath (5),Robert Dvorak (2), Guido Schmidt (1), Sascha Weinmann (1)