Der Wurm ist drin bei den Herren 3
Der Wurm ist drin bei den Herren 3
Es war angerichtet. Eine Woche nach dem punktemäßig misslungenen Saisonauftakt in Büdesheim, stand die Heimpremiere der „neuen Herren 3“ auf dem Programm . Als Gegner hatten sich die „Niersteiner Recken“ angekündigt. Gespannte Vorfreude also, endlich wieder mal vor Heimpublikum spielen, aber Obacht, da war doch was. Am 12.03.2017 hatte man, in der vergangenen Saison, in Nierstein einen kollektiven Blackout, da passte nix, dementsprechend das Endergebnis ( 18:29 ). Aus dem damaligen Kader waren immerhin noch 7 Spieler des HSV dabei, Revanchegelüste ? Die Niederlage der Vorwoche wurde im Training aufgearbeitet, umfangreiches Videostudium wies auf die Schwachpunkte hin. Die Mannschaftsaufstellung wurde dem Gegner angepasst, personelle Rochaden waren die Folge. Das ist im internationalen Handball so üblich und macht auch vor den Herren 3 des HSV Alzey nicht halt. Die vom „MVdH3“ gezielte Trainingssteuerung sollte ihren Höhepunkt im Spiel gegen die Niersteiner offenbaren. Den Kader bei Laune halten, garniert mit der Punktomatmonatehrung des Septembers, was sollte da noch schief gehen ? so Einiges wie sich im Nachhinein herausstellte….
Überraschung vor dem Anpfiff, der Ex-Pressefuzzi machte seine Aufwartung und hatte einen „Spieler der Zukunft“ dabei, leider war schnell klar das für diesen keine aktuelle Spielberechtigung vorlag. Allerdings scheint der erste Neuzugang für die Saison 2032/2033 bereits jetzt frühzeitig vertraglich gebunden. Weitsicht und frühzeitiges Scouting werden bei den Herren 3, nicht erst seit dieser Saison, GROSS geschrieben.
Und dann zauberte unser „MVdH3“ noch ein Ass aus dem Ärmel. Mit Michael Christoph wurde kurzfristig taktisch noch mal auf die Aufstellung des Gegners reagiert.
Bereits früh in der Saison gibt es aber auch, mit Thomas Müller, den ersten Langzeitverletzten zu beklagen. Somit ist das kongeniale „Müller-Duo“, Insidern auch unter dem Namen „The Müllers“ ein Begriff, erst einmal „gesprengt“. Inwieweit kurzfristiger Ersatz auf dem Transfermarkt verfügbar ist wird derzeit intensiv beobachtet. Bis dahin muss unser Wanderwart nun die Last der Verantwortung alleine stemmen.
In Verhinderung unseres amtierenden Königs, übernahm El Pulpo, der König der Herzen, die Begrüßung der Gegner, des Schiedsrichters, des Kampfgerichtes und der enthusiastischen Fans. Fehlerfrei und in angenehmer Phonstärke, kamen ihm die Worte über die Lippen, durchaus eine Bewerbung für zukünftige Aufgaben ?
Ob allerdings dem HSV-Team eine etwas schwungvollere Begrüßung gut getan hätte ?
Der Start dann aber doch passabel, das zügige 0:1 der Gäste wurde postwendend egalisiert, Ex-König Sascha sorgte mit seiner unnachahmlichen Art für die 2:1 Führung. Die disziplinierten Gäste, wenig beeindruckt, konterten zum 2:4. Nach 12 Minuten sorgte Flo Kosiol fast schon für ein Novum, ein verwandelter ( ! ) Siebenmeter bedeutete den 5:5 Gleichstand. Die Niersteiner spielten ihre Angriffe aber weiterhin mit Präzision, Druck und Geduld zu Ende. Ausdruck daraus, ein 7:10 aus HSV-Sicht. Trotz einiger Stockfehler im Angriffsspiel, der HSV blieb dran…, nach 28 Spielminuten war der Anschluss zum 10:11 hergestellt. Ein verworfener Strafwurf der Niersteiner ( auch die bekommen das hin….. ) eröffnete die Chance des Ausgleichs. Noch 30 Sekunden und Ballbesitz für den HSV, ein Abschluß 12 Sekunden vor der Pausensirene ist dann halt zu früh. Konsequenz: Konter der Gäste, Foul, Siebenmeter und 2 Minuten für unseren „Jüngsten“, ein Paradebeispiel für jedes Lehrbuch…., wie man es eben nicht macht. Die Gäste verwandelten, führten mit 12:10 und sorgten unfreiwillig dafür DAS Gesprächsthema in der HSV-Kabine.
Trotzdem, Puls runterfahren, Isotonische Getränke zu sich nehmen und den Worten des Coaches lauschen. Mehr Druck, beginnend bei den Außenspielern, zum gegnerischen Tor entwickeln, das war die Losung für Hälfte zwei.
Personelle Umstellung und mit Robert Dvorak einen verkappten Spielmacher auf Linksaußen gestellt, mal schauen wie die Gäste darauf reagieren…
Die waren erst einmal sichtlich irritiert, man spricht auch gerne von einem taktischen Wirkungstreffer. Das HSV-Spiel lief plötzlich flüssig, man erspielte ( ! ) sich Chance um Chance, ist aber weiterhin der Meinung, das eigene Siebenmeter nicht unbedingt im Tor des Gegners untergebracht werden müssen. Dennoch lässt sich festhalten, die ersten 10 Minuten der zweiten Hälfte waren spielerisch das Beste was der HSV in dieser Saison auf die Platte brachte. Nach 40 Minuten war beim 13:14 wieder alles offen. Auch wenn nach 47 Minuten beim 15:17 noch alles drin schien, die Waage neigte sich so langsam in Richtung der Gäste. Dem HSV gelang jetzt wenig bis gar nix mehr, die Niersteiner liesen einen 6:0 Lauf folgen. Spätestens jetzt machte sich Resignation breit, verstärkt noch durch die Fangesänge der Gäste. „Ohne König seid ihr nur die Hälfte wert“ hallte es da durch das weite Rund. Das ist natürlich Quatsch, zumal 2 Ex-Könige beim HSV aktiv waren.
Nach 55:54 Minuten Spielzeit unterbrach das nächste „Highlight“ die Feierstimmung. „Aushilfe“ Michael Christoph war es vorbehalten mit dem zehnten (!) nicht verwandelten Siebenmeter in dieser Spielzeit zu glänzen. Letztlich aber auch nur eine Fußnote, mit 17:25 gingen die Punkte letztlich verdient nach Nierstein.
Die HSV-Oldies sind jetzt Saisonübergreifend seit 5 Spielen sieglos, das letzte Mal siegreich war man am 11.02.207 im „Keller des Grauens“ in Mainz. Die nächste Aufgabe wartet mit dem HSV Sobernheim. Am 22.10.17 um 14.40 Uhr ist die HSV-Karawane in der Felkestadt zu Gast. Allen im Gedächtnis ist hierbei noch die begeisternde Partie vom 23.04.17, mit Hausmacher Wursteplatten wurde damals nach dem Spiel gefeiert.
Bis dahin ist, analog der Überschrift des Berichtes, eventuell eine „Wurmkur“ für das HSV-Team von Nöten.
Bei der Spielnachbetrachtung in einem Alzeyer Nobellokal floss der Sekt aber trotzdem in Strömen und die im Spiel nicht erreichten Punkte wurden auf das jeweilige persönliche Punktomatkonto gutgeschrieben.
Trotzdem noch ein Grund zur Freude: Tippunwin einer der neuen Premiumsponsoren, ist mit der bisherigen Beteiligungsquote mehr als zufrieden. Trotz geringer Werbemaßnahmen ist der Sponsor in aller Munde, eine Ausweitung auf das „rheinhessische Ausland“ wird in Erwägung gezogen.
Für den HSV III spielten
Tor: Guido Schmidt und Andi Büchse
Feld: Sascha Weinmann (1), Daniel Sinizin, Dieter Jacob (2), Volker Ahr, Flo Kosiol ( 2/1), Michael Müller, Michael Christoph (2/1), Ecky Hofrath (5), Robert Dvorak (1), Torsten Hanzlik (4/4)